Verbändetreffen

… gegen Grenzverletzung und sexuellen Missbrauch in Psychotherapie und psychosozialer Beratung

Wenn sich Geißen und Böcke als Gärtnerinnen und Gärtner ausgeben …

Eine bezeichnende Auseinandersetzung um Kernbergs Fallschilderung, als er sein Publikum von über 1000 Fachleuten bei einem Vortrag bei den Lindauer Psychotherapiewochen 1997 zweimal zum Lachen bringt, als er von einem Fall erzählt, bei der sich eine Frau mit Erfahrung von sexualisierter Gewalt in der Kindheit das Leben nimmt, nachdem ihr (verheirateter) „Therapeut“ (aus Kernbergs Klinik) mit ihr eine Affäre hatte und sie danach fallen ließ. Es kam dann zu einer Anzeige der Klinik und des Therapeuten. Kernberg handelt den Fall ab unter der Überschrift: „Transformation des Opfers in einen Täter“.

Der Versuch, einen „Ethikverein – Ethik in der Psychotherapie e.V.“ für den Fall zu interessieren, scheiterte. Man sei nicht an einer Zusammenarbeit interessiert.

Ebensowenig Interesse zeigte ein „Verbändetreffen gegen Grenzverletzung und sexuellen Missbrauch in Psychotherapie und psychosozialer Beratung „. Zwei Mitglieder aus dem „Ethiklverein“ saßen dort bereits mit drin. Das ganze Gremium, in dem VertreterInnen von ca. 20 Berufsverbände sitzen, lehnte eine Auseinandersetzung mit mir ab. 

Meine Anregungen blieben unbeachtet: Ich hatte vorgeschlagen, dass z.B. von dem „Verbändetreffen“ eine „rote Liste“ psychologisch-psychotherapeutischer „Fachpublikationen“ erstellt und veröffentlicht würde, in denen in unangemessener und schädlicher Weise „Grenzverletzung“ bzw. „(sexualisierte) Gewalt“ behandelt wird. Kriterien für eine Aufnahme in diese „rote Liste“ könnten sein:

– Propagieren oder Bagatellisieren von grenzverletzendem TherapeutInnenverhalten
– Beschuldigen von Betroffenen bzw. unangemessenes Fokussieren auf deren „eigenen Anteil“
– Verharmlosen sexualisierter Übergriffe (z.B. Eltern-Kind-Inzest, Vergewaltigung) …

Gegen indizierte Darstellungen könnte das Verbändetreffen ausdrücklich Position beziehen. Es sollte dafür gesorgt werden, dass entsprechend problematische „Literatur“ nicht weiter zur Aus- und Fortbildung von angehenden PsychotherapeutInnen verwendet würde.

Ergebnis: Man sei dankbar für die Anregungen, wolle mit mir aber nicht zusammenarbeiten. 

Hier die Angelegenheit im Detail: Ethikverein_und_Verbaendetreffen