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Vortrag am Donnerstag, den 07.06.2018, Neugrabenweg 94 (= Holzhaus am Ilseplatz = Räume der Deutsch-Griechischen Gesellschaft Saar), 19.00 Uhr:

Antigone – menschenverlassene, gottgefällige Heldin

Die „Antigone“ des Sophokles – eine Sophie Scholl der Antike.

Dem Polyneikes, Sohn des König Ödipus, wird von seinem Bruder Eteokles der Anteil an der ererbten Herrschaft vorenthalten. Deshalb zieht jener mit sieben Heeren vor Theben, um sich mit Gewalt sein Recht zu verschaffen. Beide Seiten haben hohe Verluste. Am Ende töten sich die beiden Kontrahenten im Zweikampf und die Angreifer werden abgeschlachtet. Als lachender Dritter übernimmt Onkel Kreon das Ruder. In einer ersten selbstgefälligen Amtshandlung verbietet er bei Todesstrafe, dass Polyneikes bestattet wird. Dessen Schwester, Antigone, widersetzt sich der Anordnung. Auch ihre Mitmenschen sehnen sich im Grunde nach Versöhnung und Frieden. Aber sie wagen es nicht, sich Kreons Hetze entgegenzustellen. Antigone wird in ihrem aktiven Protest feige im Stich gelassen. Niemand außer ihrem Verlobten Haimon ergreift ausdrücklich Partei für sie. Kreons Befehl, diese überragende Heldin lebendig einzumauern, wird von den namenlosen Helfershelfern seines Regimes willfährig umgesetzt. Erst, als unmissverständliche göttliche Zeichen Antigone recht geben, kommt es zu einer halbherzigen Umkehr. Die aber reicht nicht aus und kommt zu spät.

Plakat zum Vortrag am 07.06.2018: „Antigone: Menschenverlassene, gottgefällig Heldin. Die „Antigone“ des Sophokles – eine Sophie Scholl der Antike.“

Krieg und Unfrieden sind gut & nützlich: nämlich für die Machtinteressen einiger Weniger. Solche Kreise schürten auch im antiken Athen den „Bruderkrieg“ mit Sparta, anstatt konsequent für Frieden zu sorgen. Sophokles redet mit der „Antigone“ seinen Landsleuten ins Gewissen. Sie sollten für den Frieden eintreten: mutig, offen, aktiv, konsequent – und rechtzeitig. Sonst ist es womöglich zu spät. Die zeitlos gültige „Antigone“ des Sophokles – die sich unter allen Aspekten als Sophie Scholl der Antike verstehen lässt – soll von alten Deutungsmustern befreit und in ihrer Aktualität verstanden werden.

Mein eigener „Plakat-Entwurf“: In der Antigone des Sophokles geht es um einen brutalen, skrupellosen Herrscher,  ein völlig unangemessenes Todesurteil, willige Erfüllungsgehilfen, verblendete und hörige Massen sowie eine überragend aufrichtige, mutige, kluge, verständige junge Frau.