Einführung

Die sogenannte „Psychoanalyse“ als das Contergan der Psychotherapie 

Über den skrupellosen Neoliberalismus der Psychosomatik

Auf dieser Web-Seite sind einige Traktate und Videos über Figuren und Personen versammelt, die von Vertretern der Freudschen „Psychoanalyse“ in grober Weise „missverstanden“ wurden. Diese „Missverständnisse“ lassen sich – kurz gefasst – als systematische Opferbeschuldigung charakterisieren. Sei es, dass es um fiktive Geschichten geht (z.B. um König Ödipus, Narziss oder Norbert Hanold), oder dass es um Lebensgeschichten von realen Menschen geht („Fallgeschichten“ von z.B. Ernst Fleischl von Marxow, Emma Eckstein, Ida Bauer, Otto Bauer, Wilhelm Jensen, Dörte von Drigalski, Margarete Akoltuh, …). Freuds einsichtslose Beschuldigung von Gewalt-Opfern stellt praktisch eine „Verkehrung ins Gegenteil“ des „Psych-Analyse“- Modells von Josef Breuer dar. Er begründet damit den Neoliberalismus der Psychosomatik: Jeder Mensch ist – nach Freud bzw. nach der von seiner gläubigen Anhängerschaft bis heute propagierten „Theorie“ – für sein seelisches oder psychosomatisches Leiden selbst verantwortlich. Mit dieser Opferbeschuldigung wird nun jedoch keine Heilung bewirkt, sondern im Gegenteil: diese systematisierte Verständnislosigkeit führt geradezu zwangsläufig zu Verschlechterungseffekten bei denjenigen, die damit traktiert werden. Die Freudsche Psychoanalyse benenne ich deshalb auch als „das Contergan der Psychotherapie“.

Die Texte sind ausführlicher abgedruckt & veröffentlicht in den Schriften des Verlages Der Stammbaum und die 7 Zweige bzw., sofern sie als Zeitschriftenbeiträge erschienen sind, hier als pdf-Dateien herunterzuladen.

In diesen Texten geht es auch um die „Psych-Analyse“ – ein von dem Wiener Arzt Josef Breuer geprägter Begriff. Breuer meint damit die Behandlung, die er – lange vor seinem intensiveren Kontakt mit Freud – mit seiner Patientin Bertha Pappenheim (1880/1881) entwickelt hat. Die beiden publizieren ihre Erfahrungen mit der Therapie psychosomatischer Störungen (= „Hysterie“) zunächst in Vorbemerkungen („Über den psychischen Mechanismus hysterischer Phänomene“, 1893), dann als die „Studien über Hysterie“ (1895). In diesem Zusammenhang schlägt Breuer in einem Brief an Freud vor, sein Verfahren „Psych-Analyse“ zu nennen – in Anlehnung an das Theaterstück „König Ödipus“ von Sophokles, das Schiller 1787 in einem Brief an Goethe als „tragische analysis“ [ana = zurück, rückwärts; lyein = lösen] bezeichnet hatte: Der Ödipus des Sophokles versteht es, aufrichtig und selbstlos die lange zurück liegenden Umstände seiner familiären Verstrickung – aus der Rückschau – aufzulösen. (Ausführungen zu dem oftmals unverstandenen Stück „König Ödipus“ hier.) (Breuers Brief wird im Sigmund-Freud-Archiv in New York aufbewahrt und ist bis ins Jahr 2113 nicht öffentlich zugänglich; meine Information stammt aus zuverlässiger Quelle.)

Breuer erkennt uneingeschränkt die schädigende Wirkung von Traumatisierungen an. Er versteht darunter ein breit gefasstes Spektrum überwältigender Erfahrungen: Fortgesetzte Entwertung, Unterdrückung, Tabuisierung, Missachtung, Nicht-Beachtung und vieles mehr. Breuer sah auch Sexualität als Lebensbereich an, in dem problematische Erfahrungen häufig waren; sexualisierte Gewalt gehörte für ihn selbstverständlich – aber keineswegs allein – zu traumatisierenden Erfahrungen. Breuer (ebenso wie Sophokles) sieht das Kind als Opfer der Erwachsenen. Sie sind es, die aus mangelhafter Bewältigung ihre eigenen Lebenskonflikte z.B. ihre Kinder dafür vereinnahmen und missbrauchen.

Das Verfahren, das Sigmund Freud aus dem Modell Josef Breuers entwickelt hat, steht im völligen Gegensatz hierzu. Freud übernimmt zwar in der „Traumdeutung“ (Freud, 1899/1999, S. 180-183) die Analogie zum „König Ödipus“. Aber er spricht – widersinnig – von dem Stück des Sophokles als einer „kunstvoll verzögerten Enthüllung“. Tatsächlich werden die Enthüllungen in atemberaubender Geschwindigkeit von Ödipus vorangetrieben. Vor allem missversteht Freud den „König Ödipus“ als Vorlage seiner ab 1897 vertretenen Beschuldigung von Kindern, sie wollten sich z.B. triebhaft in das Sexualleben ihrer Eltern einmischen und seien generell „polymorph pervers“.

Die Freudsche Opferbeschuldigung hat sich – grotesker Weise – bis in heutige Zeit durchgesetzt. In extremer Weise wird sie von Otto F. Kernberg propagiert. Seine angebliche Heilkunst ist purer Sadismus.

Ein solches Gedankengebäude dient offensichtlich der umfassenden Verwirrung der Menschheit.